Wie Selma misst, ob Investments teuer oder günstig sind - aka Messung von Über- und Unterbewertungen

aktualisiert 23/8/18 von Patrik Schaer

Niemand kann die Zukunft der Finanzmärkte voraussagen. Darum verlässt sich Selma auch nicht auf die Prognosen von Finanzexperten. Stattdessen nutzt Selma Daten und wissenschaftliche Modelle, um deine Finanzanlagen zu steuern.
Zusammengefasst: Selma verfolgt die Preise der Aktienmärkte und prüft ob deren Preis derzeit hoch oder tief ist. Wenn die Preise (zu) hoch sind verkauft Selma Anlagen und umgekehrt. Selma tut dies, um Risiken zu reduzieren (Verkauf von Investments, die zu teuer werden) und um zusätzliche Rendite zu generieren (Kauf von Investments, die günstig bewertet sind). 


Beispiel: Wenn Schweizer Aktien aktuell günstig und japanische Aktien teuer bewertet wären, würde Selma automatisch mehr Schweizer Aktien kaufen und japanische Aktien reduzieren, bis sich die Bewertungen wieder angleichen.


Warum prüft Selma ob Investments günstig oder teuer sind? 

Selma erkennt aus zwei Gründen, wann Investmentprodukte in deinem Mix günstig oder teuer sind:

  1. Um das von dir getragene Risiko zu reduzieren

  2. Um Chancen in Märkten, die gerade günstig sind, für dich zu nutzen

Wie oft misst Selma Unter- und Überbewertungen? 

Selma verfolgt die Finanzmärkte täglich und nimmt Anpassungen automatisch vor, wenn gewisse Investments in deinem Mix erhöht oder reduziert werden sollten.

Was misst Selma? 

  1. Tägliche Preise der Aktienmärkte

  2. Die Gewinne, die von den Unternehmen erwirtschaftet wurden, und wie diese in der Vergangenheit gewachsen sind.

  3. Zinsen, die Unternehmen derzeit für Kredite zahlen müssen, und wie sich diese in der Vergangenheit entwickelt haben.


Wie überprüft Selma ob etwas günstig oder teuer ist (im Detail)?


Ein “out of the box” Beispiel:

Stell dir vor, du kaufst auf dem Wochenmarkt Erdbeeren.

Der normale Preis für ein Kilo 🍓 ist CHF 5.00. Wenn du nun für deinen wöchentlichen 🍰  einkaufst, würdest du wohl mehr Erdbeeren kaufen, wenn diese nur CHF 3.00 kosten und weniger, falls sie CHF 7.00 kosten. Und wenn der Erdbeerpreis auf CHF 10.00 steigt würdest du statt einem Erdbeerkuchen wohl einen Schokoladenkuchen backen.


Auf eine ähnliche Art bewertet Selma die Aktienmärkte 📈


Selma prüft den Preis, den du für die Investmentprodukte bezahlen musst. Um zu ermitteln, ob der aktuelle Preis gut ist, setzt Selma diesen ins Verhältnis mit den Gewinnen, welche die enthaltenen Unternehmen erwirtschaften. Auf diese Weise kalkuliert Selma, wieviel du für jeden Franken produzierten Gewinn bezahlst.

Nehmen wir an, der “normale” Preis einer Unternehmung entspricht 20x dem jährlichen Gewinn. Dann ist es günstig, diese Unternehmung zu kaufen, wenn du nur 10x den jährlichen Profit bezahlst. Hingegen ist es teuer, wenn du 30x den Gewinn bezahlen müsstest. Da Gewinne in Unternehmen aber stark variieren können und von der aktuellen Wirtschaftslage beeinflusst werden, nutzt Selma die Gewinne der letzten 10 Jahre zum Vergleich, statt nur die Vorjahreszahlen einzubeziehen.  

Für Spezialisten im Finanzjargon formuliert: Selma nutzt das Shiller Cape Ratio, um den aktuellen Preis einer Unternehmung oder eines gesamten Marktes ins Verhältnis mit den produzierten Gewinnen zu setzen. Anpassungen basieren dann auf einem Mean Reversion Ansatz.

Selma evaluiert nicht jede Aktie einzeln, sondern nimmt eine Perspektive auf gesamte Märkte ein (z.B. Schweizer Markt, EU-Markt, US-Markt,…). 

In der selben Art beurteilt Selma Kredite von Unternehmen (Unternehmensanleihen) 💳


Um zu beurteilen ob eine Unternehmensanleihe aktuell günstig oder teuer ist, misst Selma den Zinssatz, den die Unternehmung aktuell für einen Kredit bezahlen muss. Selma vergleicht diesen Zinssatz mit dem Zinssatz, den der lokale Staat (beispielsweise die Schweiz) bezahlen muss (credit spread). Das heisst: wenn eine Schweizer Unternehmung normalerweise 2% mehr Zins bezahlen muss als der Staat, dann würden wir weniger Kredite von ihr kaufen, wenn sie aktuell nur 1% mehr bezahlt als der Staat. Warum? Weil dies weniger Belohnung für das eingegangene Risiko bedeutet.  

Da es natürlich eine Rolle spielt, wie kreditwürdig die Unternehmung ist und ob sie ihre Schulden zurückzahlen kann, werden die credit spreads normalerweise von vielen Unternehmen mit der gleichen Kreditwürdigkeit (Rating) gemessen und erst dann mit dem Zinssatz des Staates verglichen.

Für Spezialisten im Finanzjargon formuliert: Selma misst Credit Spreads, um die Attraktivität von Unternehmensanleihen zu messen. Anpassungen basieren auf einem Mean Reversion Ansatz.

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